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Torii Gathas Plum Village Thich Nhat Hanh Übung Meditation

Gathas für ein achtsames Leben | Thich Nhat Hanh | Plum Village

„Als ich [Thich Nhat Hanh] 1942 im Kloster von Tu Hiêu Novize wurde, erhielt ich eine Kopie der Gathas für den täglichen Gebrauch, die der chinesische Meditationsmeister Duti zusammengestellt hatte.

Diese Gathas sind kurze Gedichte, die bei alltäglichen Handlungen rezitiert werden können.

Sie helfen uns dabei, Achtsamkeit zu entwickeln und zu praktizieren.


Video: Thich Nhat Hanh erklärt die Übung mit Gathas


In Plum Village üben wir die Gathas den ganzen Tag hindurch – beim Aufwachen, beim Betreten der Meditationshalle, beim Essen, beim Abwaschen unserer Teller und ganz allgemein bei fast allen Aktivitäten.

Meditieren kann bedeuten, sich dessen bewusst zu werden, was gerade geschieht – in unserem Körper, unseren Gefühlen, unserem Bewusstsein und in der Welt, die uns umgibt.

Wenn wir im gegenwärtigen Moment ankommen, können wir all die schönen und wundervollen Dinge erkennen, die direkt vor unseren Augen liegen – ein Kinderlächeln, der Sonnenaufgang oder die bunten Blätter im Herbst.

Wir können glücklich sein allein durch das bewusste Wahrnehmen der Dinge, die um uns herum sind.Das Praktizieren mit den Gathas kann uns dabei helfen, zurückzufinden zu uns selbst und zu dem, was im gegenwärtigen Moment geschieht.

Es ist hilfreich, die Gathas auswendig zu lernen, zunächst einige wenige und später mit der Vertiefung der Praxis weitere.

Beim stillen Rezitieren der ersten Zeile, atmen wir ein; und während der zweite Zeile, atmen wir aus.

Ist das Gatha zu Ende, fahren wir mit ihrer Handlung fort und wir werden merken, wie sich unsere Achtsamkeit verstärkt hat.

Beim Autofahren helfen uns die Straßenschilder dabei, unseren Weg zu finden. Wir „sehen“ das letzte Schild bis das nächste auftaucht.

Beim Üben mit den Gathas ist es ähnlich. Wenn wir gut üben, sind die Gathas ununterbrochen bei uns und wir gehen achtsam und bewusst durch unsere Tage.


Gathas aus Plum Village

Aufwachen

Ich wache auf und lächle.

Vierundzwanzig funkelnagelneue Stunden liegen vor mir.

Ich gelobe, jeden Moment voll und ganz zu leben

und alles Sein mit den Augen des Mitgefühls zu betrachten.

Gehmeditation

Die ersten Schritte des Tages

Gehen auf der Erde,

welch ein Wunder!

Jeder achtsame Schritt

offenbart zauberhaft den Dharmakaya1.

Aufstehen

Falls ich heute unabsichtlich auf ein kleines Insekt trete,

möge es nicht allzu sehr leiden.

Möge es Befreiung erlangen.

Gelobt sei der Bodhisatva aus dem Land der großen Glückseligkeit.

Fenster öffnen

Ein Fenster öffnen

Beim Öffnen des Fensters schaue ich auf den Dharmakaya.

Wie wundersam ist alles Leben!

Aufmerksam in jedem Augenblick

mein Geist ist klar wie ein stiller Fluss.

Einen Wasserhahn aufdrehen

Wasser kommt aus den Quellen erhabener Berge.

Wasser fließt in den Tiefen der Erde.

Zauberhaft strömt Wasser zu uns und ernährt alles Leben.

Ich bin bis zum Rand gefüllt mit Dankbarkeit.

Hände waschen

Hände waschen

Wasser fließt über meine Hände.

Möge ich sie gekonnt nützen

und unseren prächtigen Planeten schützen.

Zähne putzen

Ich putze meine Zähne und meinen Mund.

Mögen meine Worte rein und liebevoll sein.

Wenn mein Mund nach edler Sprache duftet,

erblüht eine Blume im Garten meines Herzens.

zähne putzen

Den Mund ausspülen

Ich spüle meinen Mund aus und mein Herz wird rein.

Der Kosmos duftet nach Blumen.

Körper, Sprache und Geist kommen zur Ruhe.

Hand in Hand mit dem Buddha durchschreite ich das Reine Land.

Die Toilette benutzen

Befleckt oder unbefleckt,

zunehmend oder abnehmend –

diese Vorstellungen entstehen beim Denken.

In Wahrheit ist Intersein grenzenlos.

Baden

Ungeboren und unzerstörbar,

jenseits von Raum und Zeit –

Übergeben und Empfangen

liegen in der wundervollen Natur des Dharmadhatu2.

In den Spiegel blicken

In einen Spiegel blicken

Die Wahrnehmung ist ein Spiegel,

in dem die vier Element reflektieren.

Schön ist ein Herz, das Liebe gibt,

ein Geist, der offen ist und hell erstrahlt.

Die Füsse waschen

Der Frieden und

die Freude eines Zehs

sind Frieden und Freude

für meinen ganzen Körper.

Füße waschen

Anlegen einer Robe

Beim Anlegen der Robe

kommt mein Herz zur Ruhe.

Ich lebe ein Leben in Freiheit

und bringe Freude in die Welt.

Anlegen einer Sanghati Robe3

Wundervoll ist die Robe einer Nonne (eines Mönchs),

wie ein Feld voll kostbarer Samen.

Ich gelobe, sie anzunehmen

und von Lebzeit zu Lebzeit zu tragen.

Meditationshalle

Ankommen in der Meditationshalle

Ich betrete die Meditationshalle

und erkenne mein wahres Selbst.

Wenn ich mich setze,

gelobe ich, alles Störende hinter mir lassen.

Sich Setzen

Sich hier setzen,

bedeuet unter dem Bodhibaum zu sitzen.

Mein Körper ist reine Achtsamkeit

befreit von Zerstreuung.

Mönch Sitzmeditation

Eine Stabile Haltung Finden

Im Lotussitz

erblüht die menschliche Blume.

Die Udumbra-Blume ist hier

und offenbart ihren wahren Duft.4

Beruhigen der Atmung

Ich atme ein und beruhige meinen Körper.

Ich atme aus und lächle.

Verweilend im Jetzt,

weiß ich, jetzt ist ein zauberhafter Moment!

Buddha Sitzmeditation Lotussitz

Anpassung der Haltung

Gefühle kommen, Gefühle gehen

wie Wolken im Wind.

Bewusstes Atmen

ist mein Anker.

Jemanden Begrüßen

Ein Lotus für dich

und den Buddha, der in dir entsteht.

Almosenschale Mönch Ordination

Die Essensschale Halten

Die Schale des Tathagata

ist in meinen Händen.

Gebender, Empfangender und Gabe

gehalten in vollkommener Einheit.

Segnung einer Spende an Hungernde

Die Wege des Erleuchteten sind wundersam.

Sein grenzenloses Mitgefühl

verwandelt sieben Körner Reis

in genug Nahrung für alle.

Spenden Mönch

Spenden an die Hungernden

Der große Garuda-Vogel5,

hungrige Geister in enormer Einöde,

Mutter und Kind verhungern in der Wüste,

der Balsam des Mitgefühls stillt den Hunger aller.

Vor dem Essen

Der Buddha rät uns, achtsam zu essen,

in Berührung zu sein mit der Sangha und der Speise.

Brüder und Schwestern, wenn Ihr die Glocke hört,

meditiert über die Fünf Betrachtungen:

Dieses Essen ist ein Geschenk des ganzen Universums –

der Erde, des Himmels und viel harter Arbeit.

Mögen wir würdig sein, es zu empfangen.

Mögen wir ungeschickte Gedanken verwandeln,

besonders die Gewohnheit des Essens ohne Genügsamkeit.

Mögen wir nur Nahrung zu uns nehmen, die uns nährt und Krankheiten vorbeugt.

Wir empfangen dieses Essen,

um den Pfad des Verstehens und der Liebe zu verwirklichen.

Essen Nonnen Mönche Buddhismus

Die leere Schüssel halten

Beim Betrachten der Schüssel

erkenne ich, wie glücklich ich bin,

genug Essen zu empfangen,

um meine Praxis fortzusetzen.

Essen servieren

In diesem Essen

sehe ich deutlich,

wie das ganze Universum

mein Dasein unterstützt.

Vor dem Essen

Überall auf der Erde

ringen Lebewesen um ihr Überleben.

Ich wünsche mir, wahrhaftig zu praktizieren,

sodass alle Wesen ausreichend Nahrung finden.

Mönche Essen auffüllen

Beginnen zu Essen

Mit dem ersten Bissen spende ich Freude.

Mit dem Zweiten helfe ich, das Leiden anderer zu lindern.

Mit dem Dritten sehe ich die Freude anderer als meine eigene.

Mit dem Vierten erlerne ich die Wege des Loslassens.

Nach dem Essen die Schüssel oder den Teller betrachten

Das Essen ist zu Ende,

ich bin satt und zufrieden.

Die vier Danksagungen6

erfüllen meinen Geist.

Buddha Wasser Mönch

Waschen des Buddha

Heute waschen wir den Tathagata.

So viel Freude entsteht aus erwachtem Verstehen.

Wir wurden eine lange Zeit durch die drei Reiche getrieben7.

Jetzt sehen wir, die Welt des Staubes ist der Dharmakaya.

Einladen der Glocke (Version 1)

Körper, Sprache und Geist sind in vollkommener Einheit,

mit dem Klang der Glocke schicke ich mein Herz in die Welt.

Mögen alle Hörenden aus dem Vergessen erwachen

und alle Ängste und Sorgen überwinden.

Glocke einladen Gatha

Einladen der Glocke (Version 2)

Möge der Klang der Glocke die Tiefen des Kosmos durchdringen.

Selbst an den finstersten Orten mögen alle lebenden Wesen ihn deutlich wahrnehmen,

damit ihr Leiden ein Ende finde, Verstehen in ihren Herzen entstehe

und sie den Pfad der Ängste und Sorgen verlassen.

Namo Shakyamunaye Buddhaya.

Einladen der Glocke (Version 3)

Möge der Klang der Glocke die Tiefen des Kosmos durchdringen,

damit alle Wesen – auch jene an finsteren Orten –

ihn hören und von Geburt und Tod frei werden.

Mögen alle Wesen Erleuchtung erlangen und ihren Weg nach Hause finden.

Namo Shakyamunaye Buddhaya.

Glocke lauschen Gatha

Dem Klang der Glocke Lauschen (Version 1)

Lausche, lausche

dieser wundervolle Klang

bringt mich zurück

zu meinem wahren Zuhause.

Dem Klang der Glocke Lauschen (Version 2)

Der Glocke lauschend spüre ich, wie mein Kummer sich zu lösen beginnt.

Mein Geist ist ruhig, mein Körper entspannt, ein Lächeln wird auf meinen Lippen geboren.

Dem Glockenklang lauschend führt mein Atem mich zur festen Insel der Achtsamkeit.

Im Garten meines Herzens erblüht eine Blume des Friedens – wunderschön.

Namo Shakyamunaye Buddhaya.

Dem Klang der Glocke Lauschen (Version 3)

Ich lausche der Glocke

und bin fähig all meinen Kummer loszulassen.

Mein Herz ist ruhig und meine Sorgen sind beendet.

Ich bin an nichts mehr gebunden.

Ich lerne meinem Leiden zuzuhören,

wie auch dem Leiden anderer Menschen.

Wenn Verstehen in mir entsteht,

wird auch Mitgefühl geboren.

Sitzmeditation Mönch

Meditation am Morgen

Der Dharma-Körper strahlt hell im Morgenlicht.

Der Sitz ist still – das Herz friedlich – das Halblächeln fein.

Den neuen Tag begehe ich wach und achtsam.

Die Sonne weiser Einsicht scheint auf alles Sein.

Verehrte Brüder und Schwestern, konzentriert Euren Geist auf Eure Meditation.

Namo Shakyamunaye Buddhaya (drei Wiederholungen).

Meditation am Abend

In aufrechter Haltung sitze ich unter dem Baum der Erleuchtung.

Körper, Sprache und Geist sind in Ruhe – ohne Urteile wie Ja oder Nein.

Herz und Verstand verweilen konzentriert in edler Achtsamkeit.

Deutlich erkenne ich meine wahres Selbst und verlasse das Ufer der Verwirrung.

Verehrte Brüder und Schwestern, konzentriert Euren Geist auf Eure Meditation.

Namo Shakyamunaye Buddhaya (drei Wiederholungen).

Sonnenuntergang

Unbeständigkeit

Der Tag ist zu Ende und unser Leben ist um einen Tag kürzer.

Lasst uns achtsam auf das schauen, was wir getan haben.

Lasst uns fleissig üben und von ganzem Herzen dem Pfad der Meditation folgen.

Lasst uns jeden Moment tief und in Freiheit erfahren, damit unsere Zeit nicht bedeutungslos verstreicht.

Ehrung des Buddha

Das Licht des Buddha-Juwels grenzenlos.

Er hat für zahllose Leben die vollkommene Erleuchtung erlangt.

Die Schönheit und Stabilität eines sitzenden Buddhas

kann in Bergen und Flüssen erkannt werden.

Wie prächtig ist der Geier-Gipfel!

Wie schön erstrahlt das Licht aus dem dritten Auge des Buddhas,

und erleuchtet die sechs dunklen Pfade.

Die Nagapuspa-Versammlung wird unser nächstes Zusammentreffen sein

zur Fortführung der wahren Lehren und Praktiken.

Wir nehmen Zuflucht im allgegenwärtigen Buddha.

Buddha Dharma Sangha

Ehrung des Dharma

Die Liebe des Dharma-Juwels ist grenzenlos.

Die wertvollen Worte vom Buddha selbst

duften nach Blumen, die vom Himmel fallen.

Das wundervolle Dharma ist einfach zu sehen.

Es ist strahlend wiedergegeben in den drei offenen Körben8,

überliefert von Generation zu Generation in allen zehn Richtungen,

damit wir heute unseren Weg finden können.

Wir geloben, es mit unserem ganzen Herzen zu studieren,

und Zuflucht zum allgegenwärtigen Dharma zu nehmen.

Ehrung der Sangha

Der Wert des Sangha-Juwels ist grenzenlos,

ein Feld der Verdienste, in das gute Samen gesät werden können.

Drei Roben und eine Schale sind die Zeichen der Freiheit.

Gelübde, Achtsamkeit und Einsicht unterstützen sich gegenseitig.

Die Sangha – aufmerksam bei Tag und bei Nacht –

liefert uns die Grundlage, um die Früchte der Meditation zu verwirklichen.

Mit geeintem Herzen können wir ins Haus der Sangha gehen

und Zuflucht nehmen zur allgegenwärtigen Sangha.

Insel See Atmen

Atmen (Version 1)

Ich kehre zurück zur Insel in mir Selbst.

Ich erkenne der Buddha ist meine Achtsamkeit.

Sie leuchtet auf das Nahe und strahlt weit in die Ferne.

Das Dharma ist mein Atmen –

ein Schutz für Körper und Geist.

Die Sangha ist in meinen fünf Skandhas

vereint in Harmonie.

Ich atme ein, ich atme aus.

Blume, frisch.

Berg, beständig.

Wasser, spiegelnd.

Raum, frei.

Atmen (Version 2)

Einatmend spüre ich, wie ich einatme.

Ausatmend spüre ich, wie ich ausatme.

Während mein Einatmen tiefer wird,

wird mein Ausatmen langsamer.

Einatmend bringe ich meinen Körper zur Ruhe.

Ausatmend fühle ich mich leicht.

Einatmend lächle ich.

Ausatmend lasse ich los.

Verweilend im gegenwärtigen Moment,

weiß ich, dies ist ein wundervoller Moment.

Ruhepause

Atmen (Version 3)

Ich bin angekommen.

Ich bin zuhause.

Ich bin hier.

Ich bin jetzt.

Ich bin fest.

Ich bin frei.

Im Ultimativen

verweile ich.

Angekommen, angekommen.

Zuhause, zuhause.

Verweilend im Hier.

Verweilend im Jetzt.

Beständig wie ein Berg.

Frei wie eine weiße Wolke.

Die Tür zu Nicht-Geburt und Nicht-Tod ist aufgegangen.

Ich weile frei und unerschütterlich.

Wut lächeln

Der eigenen Wut zulächeln

Ich atme ein und weiß, meine Wut macht mich hässlich.

Ausatmend lächle ich.

Ich verweile bei meinem Atem,

dann kann ich mich selbst nicht verlieren.

Den Computer einschalten

Ich schalte den Computer ein,

mein Geist kommt mit dem Speicher in Berührung9.

Ich gelobe, Gewohnheitsenergien umzuwandeln,

Liebe und Verstehen beim Wachsen zu helfen.

Autofahren Lenken

Autofahren

Bevor ich den Motor anlasse,

weiß ich, wohin es geht.

Das Auto und ich sind eins.

Fährt das Auto schnell, fahre ich schnell.

Einen kurzen und sicheren Ausflug machen

Zweidrittel aller Unfälle

geschehen nah beim Zuhause.

Dies wissend, bin ich sehr vorsichtig –

sogar auf einer kleinen Reise.

Buddha Gesicht Halblächeln

Den Buddha vor einer Erdberührung ansehen

Im Reich des Soseins,

sind derjenige, der sich verbeugt, und derjenige, vor dem sich verbeugt wird,

gleichsam ohne eigenständiges Selbst.

Respektvoll und in diesem Bewusstsein verbeuge ich mich vor dem Buddha

und unsere Kommunikation ist vollkommen.

Buddhas entstehen in allen Richtungen.

Im Kosmos des Interseins – wie auch in allen Juwelen in Indras-Netz10

gibt es unzählige Ichs, die sich vor unzähligen Buddhas verbeugen.

Teetrinken

Diese Tasse Tee in meinen Händen

ist Achtsamkeit gehalten in Perfektion.

Mein Geist und mein Körper

sind tief verbunden mit dem Hier und Jetzt.

Tee einschenken trinken Asien

Pflanzen gießen

Liebe Pflanze, glaube nicht, dass du abgeschnitten bist.

Dieses Wasser kommt zu dir aus der Erde und vom Himmel.

Du und ich sind zusammen –

seit anfangsloser Zeit.

Auf meine Hände schauen

Wessen Hand ist das,

die niemals gestorben ist?

Wurde jemals jemand geboren?

Wird jemals jemand sterben?

Handfläche Löwenzahn

Das Telefon benutzen

Worte können tausende Kilometer reisen.

Mögen meine Worte zu gegenseitigem Verstehen und Liebe führen.

Mögen sie schön sein wie Edelsteine,

liebeswert wie Blumen.

Einen Garten bewässern

Sonnenschein und Wasser

haben diese wundervolle Pflanzenwelt geschaffen.

Ein Regen voll Mitgefühl und Verstehen

kann staubige Wüsten in fruchtbare Gärten verwandeln.

Gehmeditation Theravada Buddhismus

Gehmeditation

Der Geist kann in tausend Richtungen wandern,

doch auf diesem schönen Pfad gehe ich in Frieden.

Mit jedem Schritt weht ein frisches Lüftchen.

Mit jedem Schritt öffnet sich eine Blüte.

Das Licht einschalten

Unachtsamkeit ist Dunkelheit,

Achtsamkeit ist Licht.

Ich bringe Bewusstheit,

die alles Leben erleuchtet.

Gemüse waschen

Gemüse waschen

In diesem Gemüse

sehe ich eine grüne Sonne.

Alle Dharmas kommen zusammen,

um unser Leben zu ermöglichen.

Gärtnern

Die Erde schenkt uns Leben und nährt uns.

Die Erde nimmt uns auch wieder zu sich.

Wir werden erschaffen und vergehen

bei jedem einzelnen Atemzug.

Baum pflanzen Gärtnern

Einen Baum pflanzen

Ich vertraue mich der Erde an;

die Erde vertraut sich mir an.

Ich vertraue mich Buddha an;

Buddha vertraut sich mir an.

Das Bad putzen

Wie wundervoll

ist Schrubben und Putzen.

Von Tag zu Tag,

werden mein Herz und mein Geist reiner.

Putzen Feudeln Badezimmer

Feudeln/Fegen

In Achtsamkeit wische ich

den Boden der Erleuchtung

und ein Baum des Verstehens

entspringt aus den Tiefen der Erde.

Die Meditationshalle reinigen

Während ich diesen frischen und ruhigen Raum reinige,

entsteht unendlich viel Freude und Energie!

Den Müll rausbringen

Im Müll sehe ich eine Rose.

In der Rose sehe ich Kompost.

Alles ist in Veränderung.

Unbeständig ist unser Leben.

Blumen pflücken

Eine Blume pflücken

Darf ich dich pflücken, kleine Blume –

du Geschenk des Himmels und der Erde?

Vielen Dank, liebe Boddhisattva,

dass du das Leben so schön machst.

Blumen stecken

Ich arrangiere Blumen

in der Saha-Welt11

und der Fluss meines Geistes

wird ganz still und rein.

Sonnenblumen Vase Gesteck

Das Wasser in einer Vase wechseln

Das Wasser hält die Blume frisch.

Die Blume und ich sind eins.

Wenn die Blume atmet, atme ich.

Wenn die Blume lächelt, lächle ich.

Eine Kerze anzünden

Ich entzünde diese Kerze

und spende Licht für unzählige Buddhas;

mein Frieden und meine Freude

erhellen das Gesicht der Erde.“

Kerze anzünden


Fußnoten

1Der Dharmakaya ist der Körper der Lehre – das Fundament des Seins, das gegenständlich wird, in den Bergen, Flüssen, Sternen, dem Mond und allen Lebensformen.

2Der Dharmadhatu ist die ultimative Dimension des Seins, die Welt des Soseins, die wundervolle Welt des Interseins.

3Die Sanghati ist die Robe, die Mönche und Nonnen bei formellen Anlässen tragen.

4Die Udumbra-Blume blüht nur einmal alle dreitausend Jahre. Doch sie kann jeden Moment in uns erblühen, wenn unsere Übung stabil ist.

5Der Garuda-Vogel gleicht einem Adler. Eines Tages sah der Buddha einen Garuda, der kurz davor war, eine Schlange zu töten und bat ihn daraufhin, dies nicht zu tun. Der Vogel antwortete dem Buddha, dass er die Schlange fressen müsse, um leben zu können. Der Buddha versprach daraufhin, dass die Sangha dem Vogel jeden Tag Nahrung spenden werde, und wir fahren fort dies zu tun, wenn wir dieses Gatha rezitieren.

6Die vier Danksagungen: Dank an Eltern, Lehrer, Freunde und alle Lebewesen.

7Die drei Reiche sind das Reich der Wünsche (in dem wir an Freuden der Sinne gebunden sind), das Reich der Formen und das Reich der Nicht-Form (in denen wir an die Freuden der konzentrativen Meditation gebunden sind).

8Tripitaka: Die drei Sammlungen der buddhistischen Lehrreden, Richtlinien und Kommentare.

9Der Speicher bezieht sich auf das Alayavijñana, das Bewusstsein, in dem alle unsere potentiellen Samen gespeichert sind.

10Das Netz von Indra hat ein reflektierendes Juwel an jedem Punkt, an dem zwei Fäden sich kreuzen, und jedes Juwel reflektiert alle anderen.

11Die Saha-Welt ist „die Welt des Staubs“, in der wir Geduld üben müssen.

Saha Welt Universum Kosmos Weltall


Anmerkungen

Diese Gathas stammen aus dem Buch „Stepping into Freedom“ von Thich Nhat Hanh.

Sie können individuell verändert werden, um sie den persönlichen Bedürfnissen anzupassen.

Stepping into Freedom:  Angebot bei Amazon


Stand: 18. November 2018


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Alex

Alex schreibt, um Menschen und auch sich selbst zu helfen, mehr Achtsamkeit im Alltag zu kultivieren. Er lebte eineinhalb Jahre im Kloster "Plum Village" und wäre fast ein Mönch geworden. Dort kam er in Kontakt mit der Praxis der Achtsamkeit und lernte sie im Alltag zu leben. Achtsamkeit hilft ihm nicht nur, bewusster durch die Welt zu gehen, sondern ermöglicht ihm auch, alltäglichen Problemen gezielt zu begegnen: Ihre Ursachen zu erkennen, Lösungen zu finden und zugrunde liegende Gewohnheitsenergien aufzubrechen.

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